Die diesjährige Marktanalyse setzt sich mit der Geschäftslage und den Investitionsklima der Telekommunikations- und Glasfaserbranche auseinander. Erstmals seit 2015 haben die Wettbewerber der Deutschen Telekom weniger Geld in den Ausbau der Breitbandinfrastrukturen investiert als im Vorjahr. Das oft zitierte Nachfrageproblem der Haushalte nach Glasfaserabschlüssen belegt die Studie hingegen nicht.
Während die Geschäftslage derzeit eher positiv bewertet wird, herrscht bei den Investitionsbedingungen Zurückhaltung. Gleichzeitig zeichnet sich aber in den nächsten sechs Monaten eine leichte Erholung ab. Dieser verhaltene Optimismus dürfte auf die Erwartung einer wettbewerbskonformen Regelung zur Kupfer-Glasfaser-Migration zurückzuführen sein. 77 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass eine solche Regelung die Investitionen in den Glasfaserausbau deutlich ankurbeln wird.
In der Zwischenzeit geht es beim Glasfaserausbau in Deutschland aber nur langsam voran. Die sogenannte „Homes-Passed“-Quote liegt bei 62 Prozent, was 28,7 Millionen angeschlossen Wohngebäuden entspricht. Die tatsächliche „Homes-Connected“-Quote (aktive, beziehbare Anschlüsse) liegt indes bei 29,8 Prozent (13,8 Millionen). Davon sind am Ende rund 7,9 Millionen Anschlüsse tatsächlich in Betrieb genommen.
Bleiben wir noch bei der Glasfaseranschlussquote – also den Homes Connected – und werfen einen Blick auf die Bundesländer. Glasfaserspitzenreiter ist Schleswig-Holstein mit 66,7 %, gefolgt von Hamburg mit 50 % und Brandenburg mit 48,8 %. Das Saarland (16,8 %) und auch Baden-Württemberg (16,7 %) sind weit abgeschlagen.
Steigende Kosten
Zur gedämpften Stimmungslage passen steigende Ausbaukosten, besonders getrieben durch gestiegene Material- und Tiefbaukosten. Auch gestiegene Finanzierungkosten drücken auf das Ausbautempo. Im Median liegen die Kosten für einen Hausstich bei 1.950 Euro, beim NE4-Ausbau zusätzlich durchschnittlich 440 Euro pro Wohnung. Die gestiegenen Kosten kommen auch bei uns an, dennoch liegen wir bei den Erschließungskosten immer noch deutlich unterhalb der BREKO-Zahlen.
Kooperationen beim Ausbau und beim Betrieb der Netze sind heute die Regel. 90 Prozent der Unternehmen unterhalten solche Kooperationen. Im Bereich der Mitnutzung beklagt die Branche eine zu geringe Nachfrage, die zu einem niedrigen, für den Leitungsanbieter wenig attraktiven Preisniveau führt.
Trend zu höheren Bandbreiten setzt sich fort
Das durchschnittliche Datenvolumen je Internetanschluss lag 2025 bei etwa 376 Gigabyte. Das jährliche Wachstum des monatlichen Datenvolumens hat sich zwischen 2020 und 2024 zwar abgeschwächt, beträgt aber im Durchschnitt noch 14,7 % pro Jahr. Bleibt diese Tendenz bestehen, könnten bis 2030 rund 747 Gigabyte pro Anschluss anfallen.
Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein klarer Trend zu höheren Bandbreiten: 53 Prozent der Neukunden buchen bereits Anschlüsse mit über 100 Mbit/s bis unter 1.000 Mbit/s. Acht Prozent der Neukunden entscheiden sich direkt für einen Gigabit-Abschluss. Insgesamt sind damit 61 Prozent der Neukunden Highspeed-Nutzer.
Die Marktposition von PŸUR
PŸUR kommt beim Bandbreitensplit bei den Geschwindigkeitsstufen von 250 bis 1.000 Mbit/s auf stolze 84 Prozent. Während laut BREKO 39 Prozent der Neukundenhaushalte mit weniger als 100 Mbit/s zufrieden sind, liegt dieser Anteil bei PŸUR bei lediglich 15 Prozent (für Anschlüsse unter 250 Mbit/s). Diese unterschiedlichen Messgrenzen in der Betrachtung sind zwar methodisch bedingt, verdeutlichen aber dennoch deutlich die Unterschiede.
Die Fokussierung auf unsere Kernverbreitungsgebiete und die Überbauung unserer eigenen Netze ermöglichen es uns, den Hausstich und die Wohnungserschließung mit Glasfaser kostengünstiger zu realisieren als im branchenüblichen Durchschnitt. Gleichwohl gehen die Preissteigerungen beim Materialeinkauf und im Tiefbau nicht spurlos an uns vorüber. Dennoch zeigt sich: Glasfaseranschlüsse sind gefragt. Die Buchungsrate liegt bei PŸUR, wenn im Haus Glasfaser vorliegt, im Trend rund15 Prozent höher als bei Koax-DOCSIS-Netzen. Einen Teil dieses Erfolgs tragen attraktive Neukundenangebote mit dauerhaften Tiefpreisen sowie die Tatsache bei, dass es in der Fläche keinen Preisunterschied zwischen HFC-Kabelinternet und Glasfaseranschlüssen gibt. Abweichende Preise gibt es einzig bei kommunalen Glasfaser-Erschließungsprojekten im ländlichen Raum, die mit dem höheren Erschließungsaufwand zu begründen sind.
Die vollständige Analyse kann hier heruntergeladen werden: https://brekoverband.de/aktuelles/breko-marktanalyse/












