Das internationale Marktforschungsunternehmen Deloitte hat die Wechselwilligkeit deutscher Haushalte gegenüber Glasfaser unter die Lupe genommen. Neben hinreichend bekannten Feststellungen tragen die Analysten einige interessante Ansätze zusammen, mit denen Anbieter Wechselanreize setzen können.
Die Forscher stellen in ihrer Untersuchung fest, dass die Zuverlässigkeit der Netzanbindungen steigt – und damit die Nutzerzufriedenheit mit dem Anbieter. 81 Prozent der DSL- und DOCSIS-Nutzer sind mit ihrer Versorgung zufrieden, reine Glasfaseranschlussnutzer sind 6 Prozentpunkte zufriedener – also 87 Prozent. Insgesamt gilt: Wer zufrieden ist, wechselt nur ungern. Jüngere Konsumenten sind wechselfreudiger: 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sind wechselbereit. Bei den über 65-Jährigen sind es nur noch 27 Prozent.
Wer den Schritt des Wechsels auf Glasfaser wagt, bereut es in der Regel nicht: 65 Prozent der Umsteiger sehen ihre Erwartungen erfüllt, 15 Prozent sind sogar begeistert.
Besonders interessant sind die Themen, die bei Verbrauchern aktuell im Trend liegen.
No need for Speed
Die Analysten gehen davon aus, dass Speed nicht das entscheidende Wechselargument ist. Deloitte empfiehlt, die Zuverlässigkeit und die Kundenzufriedenheit mit Glasfaseranschlüssen in den Vordergrund zu stellen. Immerhin sind über 80 Prozent der Glasfaseranschlussnutzer zufrieden oder sehr zufrieden und würden jederzeit wieder zur Glasfaser wechseln.
Digitale Souveränität wird wichtiger
Den Verbrauchern stellt sich – auch im Hinblick auf Satelliten-Breitbandangebote – aktuell die Frage, wie stark der deutsche Telekommunikationsmarkt von ausländischen Akteuren abhängig ist. Laut Deloitte sieht knapp die Hälfte der Befragten eine moderate oder starke Abhängigkeit, was vor allem jüngere Konsumenten kritisch sehen. Im Durchschnitt wären 30 Prozent sogar bereit, (etwas) mehr für ein rein europäisches Netz zu zahlen. Regionale Carrier liegen mit Claims wie „Dein Internet von hier“ also nicht falsch.
Treue-Bonus zur Markenbindung mitdenken
Was für den Mobilfunk gilt, kann auch für das Festnetz gelten: Besteht eine hohe Markenloyalität gegenüber dem Festnetzanbieter? Die Wechselängste sind oft vom Motto „Never change a running line“ getrieben. Es geht um die Sorge, dass man tagelang ohne Netz ist oder ausgerechnet die Rufnummer verliert, die sich die Schwiegermutter gut gemerkt hat. Deloitte empfiehlt daher, neben Neukundenangeboten auch Treueprogramme zur Stärkung der Anbieterbindung nicht zu vernachlässigen.
Die Zusammenfassung und einen Downloadlink zur Studie gibt es hier: Glasfaser Studie 2026












